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Rodeo - Zuschauerberichte
Bericht
vom Rodeo in Landstuhl, 14./15.07.07
Nachdem der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg im Juni 2006
das Verbot des Flankengurts und der Sporen beim Reiten der so genannten
"Wildpferde" und der Bullen bestätigt hatte, fanden in
Landstuhl Mitte Juli Rodeos mit Publikum statt. Der Besucherandrang war
nicht berauschend. Gähnende Leere auf den Tribünen. Unter dem
Publikum befanden sich wahrscheinlich mehr Tierrechtler als Rodeofans.
Einige der Besucher wurden von den Möchtegern-Cowboys befragt, ob
sie zu Anti-Corrida gehörten.
Das Rodeo bot keine große Überraschung. Ablauf, Musik, Akteure,
alles schon hundertmal gehört und gesehen. Zum Glück waren die
Shows kurz. Vielleicht waren nicht genug Teilnehmer gekommen? Beim Wildpferdreiten
ohne Sattel schossen die Pferde aus der Startbox wie immer. Sie schiennen
sich an die brutale Enge immer noch nicht gewöhnt zu haben. Doch
dann galoppierten sie einfach durch die Arena, solange bis der Reiter
unten war. Die Ohren waren zwar immer noch angelegt, denn das ganze Drumherum
hatte sich nicht sonderlich geändert. Aber sie buckelten nicht mehr,
weil der Flankengurt fehlte. Werbung mit "buckelnden Broncs"
können die Cowboys ab jetzt vergessen. Das wäre irreführend!
Ganz
anders beim Saddle Bronc Riding, dem Reiten eines "Wildpferdes"
mit Sattel. Die Pferde bockten ohne Ende, praktisch wie gehabt. Doch die
anwesenden Tier-
ärztinnen und die Tierrechtler durchschauten sofort, was da ablief.
Der hintere Sattelgurt war so weit nach hinten angelegt, dass er die Funktion
des Flankengurtes übernommen hatte. Für wie blöd halten
die Cowboys uns eigentlich? Da der Sattelgurt nicht gepolstert ist, ist
vermehrt mit Hautabschürfungen zu rechnen, die ja ohnehin beim "puscheligen
Flankengurt" schon auftraten. Der Sattelgurt kann auch nicht in der
Arena gelöst werden. Die Pferde leiden ungleich länger. Ein
klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und gegen das Urteil des
Verwaltungsgerichtshofs. Die Tierrechtler von Initiative Anti-Corrida
und Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Saar erstatteten
deswegen unabhängig voneinander Strafanzeige.
Ihnen fiel auch auf, dass die Bullen viel zu groß für die engen
Startboxen sind und endlos lange Zeit in einer für sie nicht entspannten
Haltung stehen müssen. Auch sie buckelten dank des Fehlen Flankengurtes
nicht mehr. Die Sporen, die der Reiter ihnen normalerweise in den Leib
hackt, vermissten sie bestimmt auch nicht.
Beim
Wild Horse Race, das zum ersten Mal ohne die langen Leinen stattfinden
musste, kamen sich die Pferde zu nahe. Ein Pferd bäumte sich auf
und schlug heftig mit den Vorderbeinen auf den Rücken des vorderen
Pferdes auf. Eine unschöne Szene.
Ebenso nicht schön anzusehen war die Angst der sich zusammendrängenden
Kälbchen, die zum Kälberfangen antreten mussten.
Bewertung: "Prädikat Gähnende Langeweile".
Besucher, die sich spannende Unterhaltung gewünscht hatten, hätten
ihr Geld zurückverlangen sollen.
Bericht vom
Rodeo in Köln, 28./29.07.07
An
beiden Tagen wurde das Kölner Rodeo von Protesten von Tierrechtlern
verschiedener Organisationen begleitet. So mancher Besucher kehrte um,
als er vom Leiden der Tiere bei Rodeos erfuhr.
Man merkte den Sicherheitsleuten, die die Rennbahngastronomie angeheuert
hatte, die Nervosität an. So kam es auch zu äußert komischen
Einlagen. Am Zaun hingen Werbeposter für die Veranstaltung. Als Mechthild
Mench von Initiative Anti-Corrida sich diese zusammen mit einem
Kamerateam des WDR anschaute und sich Gedanken über die mangelhafte
Retuschierung des Flankengurtes machte, verwies einer der Sicherheitsleute
das nicht filmende Team des Parkplatzes. Die Tatsache, dass das Kamerateam
deutlich sichtbar die Akkreditierungsausweise für die Veranstaltung
trug, half auch nicht.
Das Rodeo selbst lief ähnlich ab wie in Landstuhl. Nur gab es hier
mehr Publikum, das mit Sicherheit überwiegend wegen der Westernreit-Events
gekommen war. Während der amerikanischen Nationalhymne gab es Buhrufe.
Auch wenn die "Wildpferde" einfach stehen blieben und die Cowboys
umständlich von den Pferde gehoben wurden, wurde dies mit Buhrufen
quittiert. Ein Pferd stieg mehrfach in der Startbox auf und schlug mit
den Beinen hart auf die Metallwände auf.
In den Sendungen "Lokalzeit" und "Aktuelle Stunde"
die der WDR am 28.07.07 über die Veranstaltung ausstrahlte, hieß
es: "Bedenken kommen manchem Gast erst auf der Zuschauertribüne."
Ein spontanes Interview mit einer Zuschauerin fiel so aus: "Ich hab'
mir grad schon Gedanken gemacht. Wenn man sieht, wie die die Ohren anlegen,
dass sie Angst haben. Und ein bisschen gemischte Gefühle. Es macht
Spaß zuzuschauen, aber wenn 'nen Pferd da zu Schaden kommt, selbst
wenn es nur Angst ausstehen muss, find ich das nicht so toll."
Tierärztin Dr. Claudia Behlert äußerte sich so: "Es
ist keiner tot umgefallen, es hat keiner Wunden gehabt, also nichts in
dieser Richtung. Ob jetzt natürlich für das Pferd Schmerzen
im Sinne des Tierschutzgesetzes auftreten, das ist natürlich eine
Sache, das kann man als lokales einzelnes Veterinäramt gar nicht
bewerten." Recht hat sie, meinen wir!
Den Zuschauern selbst taten von den dümmlichen Clowneinlagen und
der grottenschlechen Soundanlage die Ohren weh.
 
Beim Wild Horse Race konnte eine der Leinen nicht abgenommen werden und
das Pferd hätte leicht mit einem Vorderfuß in die Schlaufe
geraten können.
Ein Bulle hatte sich beim vorigen Rodeo am Bein verletzt und durfte nicht
eingesetzt werden. Stattdessen gab es einen neuen Bullen, der offensichtlich
nicht wusste, was von ihm verlangt wurde. Er musste aus der Startbox geschubst
werden. Am nächsten Tag legte er sich für ca. 20 Minuten in
der Startbox auf den matschigen Boden. Kein Schieben und Zerren half,
er wollte einfach nicht. Erst nachdem ein zweiter Bulle in die Arena geschickt
wurde, stand er wieder auf. Die Kölner Amtstierärztinnen hielten
ihn für "ungeeignet" für Rodeo und untersagten den
Einsatz für die nächste Show des Tages.
Auffällig
war die Werbung eines Kölner Daimler-Chrysler-Händlers direkt
in der Arena. Dieser hatte ihm Vorfeld behauptet, er sei kein "Sponsor",
sondern stelle lediglich seine Fahrzeuge auf dem Gelände aus. Unserer
Meinung nach sollten sich Unternehmen von Veranstaltungen, bei denen Tiere
leiden müssen, fernhalten. Eine gute Werbung ist das nicht.
Bewertung: Auch wenn der Eintrittspreis hier geringer war, rechtfertigte
ihn die Show ihn nicht. Die Freizeitgestaltung sollte heutzutage ohnehin
keine Aktvitäten mehr beinhalten, bei denen Tiere leiden.
Bericht
vom Rodeo in Bitterfeld, 11./12.08.07
Innerhalb
der diesjährigen Motorboot-WM fanden erneut Rodeos statt. Obwohl
der Eintrittspreis hier eher gering war, zeichnete sich die Veranstaltung
durch akuten Besuchermangel aus, und das nicht nur wegen des Regens. Am
zweiten Tag war schönes Wetter und trotzdem war der Andrang eher
gering. Die übliche Show und wieder fragwürdig angelegte Sattelgurte
beim Reiten der "Wildpferde" mit Sattel. Der Brahmabulle machte
wieder einen Streikversuch und wollte sich in der Startbox hinlegen. Den
Möchtegern-Cowboys gibt es anscheinend nicht zu denken, wenn Amtstierärzte
ihnen sagen, dass ein Tier für Rodeo "ungeeignet" ist.
Bewertung: Man kann seine Zeit am Wochenende deutlich besser verbringen,
als beim Rodeo. Wann lassen sich die Organisatoren der Motorboot-WM endlich
ein besseres und zeitgemäßes Rahmenprogramm einfallen? Ein
Besucher, der zum ersten Mal beim Rodeo war, drückte es so aus: "Die
Stimmung anwesenden Gäste würde ich als lau bezeichnen. Schon
wegen der dussligen Zwischenkommentare und der lauten Musikbeschallung
würde ich niemanden solch eine Veranstaltung empfehlen."
Rodeo in Werlte (Landkreis
Emsland, 2003)
Mit meiner Kamera in der Hand beobachtete ich die Leute in der halbgefüllten
Arena. Es gab insgesamt vier "Chutes" ( Gitterboxen ) und eine
Kleinere am Ende der Arena für die Kälber.
Unüberhörbar war die Möchtegern-Cowboyhorde nahe der Boxen.
Sie beanspruchten einen größeren Teil der Tribüne für
sich selbst - weniger zuschauerfreundlich.
Die Einweisung des Publikums über das Rodeo übernahm der deutsche
Part der Duett-Moderation. An den fehlenden Reaktionen seitens der Zuschauer
begriff ich bereits nach wenigen Minuten, wer uns da jetzt für die
nächsten Stunden mit albernen Einlagen und "Witzen" langweilen
würde.
LET'S RODEO!
Die ersten Boxen wurden mit den "wilden" Broncs besetzt. Welche
Startbox sich öffnen sollte war aufgrund organisatorischer Uneinigkeiten
und Probleme nicht richtig klar. Gleich beim dritten Pferd passierte die
erste Showpanne. Der ach so wilde Bronc wollte sich
aus seiner Box nicht wegbewegen. War es ihm zu verdenken?
Beim Re-ride wurde der Cowboy so unglücklich abgeschüttelt,
dass sich ein Riemen um den Hals des Tieres wickelte und durch das Gewicht
des in der Luft hängenden Cowboys stramm gezogen wurde. Die Blicke
des Pferdes sprachen Bände. Es dauerte einige Sekunden bis das Tier
von seinen Ängsten befreit werden konnte.
Der
nächste Fehler ließ nicht lange auf sich warten. Ein Reiter
konnte nicht abgeschüttelt werden, da seine Hand fest unter dem Griffriemen
klemmte. Die für das Publikum scheinbar lustige Einlage war für
das Pferd alles andere als komisch. Der auf 8 Sek. angesetzte Ritt ( so
hatte es uns die Moderation ja zu Beginn der Veranstaltung versichert)
dauerte in diesem Fall knapp 1 Minute! Der Flankengurt war also achtmal
so lange wie behauptet enggeschnallt. Als der Cowboy endlich absteigen
konnte, stürzte das Tier auf dem schlechtpräparierten Arenaboden.
Während der gesamten Veranstaltung konnte man oftmals erkennen, dass
der aufgeschüttete Sand im hinteren Teil der Arena viel zu tief für
die Pferde war. Stürze wie dieser und Probleme beim Beschleunigen
machten die Balanceschwierigkeiten deutlichsichtbar.
Das darauf folgende Kälberfangen förderte die trübe Stimmung
weiter. Ein verängstigtes Tier wurde in die Boxen gedrängt.
Nach dem Öffnen des Gitters rannte das bereits gestresste Kalb, gejagt
von einem übergewichtigen Cowgirl zu Pferd, quer durch die Arena.
Nach Sekunden wurde das Lasso über das hilflose Tier geworfen und
zugezogen. Das irritierte Tier versuchte nun schnellstmöglich einen
Ausweg aus dieser peinlichen Veranstaltung zu finden - schlaues Kalb!
Ziel der nächsten Disziplin war es, zu dritt ein Pferd "reitklar"
zu machen und damit durch die Arena zu galoppieren. Nette Geste, Wrestling
und Rodeo zu einem Preis anzubieten, aber ich hätte darauf, im Sinne
der Tiere, gerne verzichtet.
Um das Tier unter Kontrolle zu bringen, wurde an einem Seil und am Geschirr
gerissen. Ein Akteur setzte eine Art Würgegriff an. Im Wrestling
nennt man das übrigens "headlock". Unbeeindruckt galoppierte
das Pferd durch den Sand - immer noch mit seinem lästigen Anhängsel
am Hals. Nach dem Motto "der Klügere gibt nach" blieb es
dann stehen. Doch die sehr rabiaten Versuche das nötige Reit-Equipment
anzulegen, störten es dermaßen, dass es sich Aufzurichten versuchte,
um die Störenfriede abzuwehren. Die festen, brutalen Griffe der Männer
konnten das Tier letztendlich unter Kontrolle bringen. In der Endabrechung
gab das den wohlverdienten dritten Platz im Wettkampf........ von dreien
wohlgemerkt.
Ein weiterer Pferderitt sollte folgen. Der Reiter bemühte sich diesmal
möglichst bald das Pferd "zu verlassen". Dieses trug den
Flankengurt wieder knapp 30 Sekunden ( wozu gibt es eigentlich Regeln
im Rodeo, wenn sie niemand einhält?)
Der nächste Ritt dauerte, ohne euch langweilen zu wollen, übrigens
wieder eine Minute mitGurt. Der Reiter hatte sich schon nach 2 Sekunden
verabschiedet. Dennoch waren die beiden Hilfsreiter nicht in der Lage
das Pferd von seinem Schmerzgefühl zu befreien.
"Mehr schlecht als recht"
Der Slalomparcours beim Tonnenreiten war recht simpel. Lediglich drei
Tonnen mussten vom Pferd umrundet werden. Erwähnenswert hierbei ist
wieder einmal der tiefe Sand, der ein schnelles, kontrolliertes Wenden
der Pferde erschwerte. Die Show drohte immer schlechter zu werden. Nur
die viel zu laute Tonanlage und die permanente Country-Dröhnung hielten
mich wach. Kälber wurden auch keine mehr gefangen und ein Hauch von
schwindender Motivation seitens der Cowboys lag in der Luft. Die erlösenden
Worte "Wir machen jetzt eine Pause" wurden von allen gut aufgenommen.
Noch bevor sich das Ulk-Duo (Moderatoren) in die Pause verabschieden konnte,
standen die Leute am Ausgang bereits Schlange.
Zum Auftakt der zweiten Halbzeit startete dann eine Kinderbelustigung.
Ca. 50 Kinder konnten dazu motiviert werden in die Arena zu klettern.
Somit stand also die große Meute 5 - 12jähriger in der Arena
und wartete auf ihre Anweisungen. Ziel des "Spiels" war es,
einem trotteligen Rodeoclown ein rotes Tuch abzunehmen.Der Gewinner bekam
ein Rodeo-T-Shirt. Da ich ja meistens an das Gute im Menschen glaube,
schließe ich mal aus, dass der Gewinner als wandelnde Rodeopropaganda
missbraucht werden soll - den Kinder was das sowieso egal. Bestimmter
Qualifikationen bedarf es hierbei nicht, zu erahnen was passiert, wenn
50 Kinder nach einem kleinen roten Tuch jagen ! Natürlich gewann
einer der älteren Jungen, der sich leicht gegen die kleinen Kinder
durchsetzen konnte - wie unfair! Mit enttäuschten Gesichtern verließen
die Kinder wieder die Arena. Ein Junge suchte mit Nasenbluten die Helfer
des Deutschen Roten Kreuzes auf - tolle Aktion! Jetzt waren wenigstens
die Kinder "happy".

Der sogenannten Main-Event war das Bullriding. Ich muss sagen, die Musik
hat mir hierbei richtig gut gefallen - AC DC, nicht schlecht. Schlecht
war aber der Rest der Darbietung. Die großen Bullen erinnerten aufgrund
der Glocke mehr an friedliche Tiere von der Alm.
Ein schwarzer Bulle brach nach dem Öffnen des Gitters in die Knie
ein. Der Cowboy stieß mehrmals die Sporen seiner Stiefel in die
Seiten des Tieres. Nach wenigen Sekunden stellte sich das total verängstigte
Tier dennoch auf und schüttelte den Reiter durch einen Sprung ab.
Unterhaltungstechnisch gesehen waren die Jungs in engen Hosen echt ein
Reinfall. Kaum einer hielt es lange auf den recht friedlichen Bullen.
"Die zweite Show"
Ich änderte meine Perspektive und wechselte auf die gegenüberliegende
Tribünenseite. Die
ersten zehn Meter Tribüne konnten aufgrund der schmerzenden Lautstärke
nicht besetzt werden.
Die Veranstaltung begann mit einem lustigen Lied einer kleinen "Rodeodame".
Ich fand' es zugegeben recht amüsant, bis ich merkte, dass es sich
um die amerikanische Nationalhymne handelte. Das war auch wohl der Grund,
warum sich alle von ihren Plätzen erhoben hatten.
Das Ganze war mir echt zu doof, also blieb ich sitzen.
Das Pferdereiten stand wieder an erster Stelle auf dem Programmplan.
Genau wie bei der ersten Show erhielten die Broncs meistens erst nach
einer Minute Erlösung von dem schmerzenden Druckgefühl des Flankengurtes.
Ein brauner Bronc, der in der Startbox stehen blieb, wurde von einer
"Betreuerin" mit der Hand geschlagen, sowie mehrmals mit dem
Stiefel in die Seite getreten um doch endlich die gewünschte Show
abzuliefern. Ich halte dieses Vorgehen für gefühlsgestört
und absolut übertrieben. Aus Angst von einer peinlichen Situation
hat die Frau schon nach wenigen Sekunden die Nerven verloren und das Tier
gewaltsam traktiert. Nach einer Weile stürzte das ängstliche
Pferd im Arenasand, gehetzt von zwei Reitern - denen es im Übrigen
noch immer nicht gelungen war, den drückenden Gurt zu entfernen.
Amateure!
Ein schwarzer Bronc fing bereits in der Box an zu bocken - wahrscheinlich
hatte er nicht nur genug von dem Gurt und dem Kerl, der auf seinem Rücken
saß, sondern auch von dem einschläfernden Marathon-Monolog
der Moderation......genau wie ich!
Leider verhakte er sich unglücklich im Gittertor, konnte sich aber
selber nach Öffnen des Tores befreien - die Cowboys waren dazu anscheinend
nicht in der Lage.
Das Überraschungsprojekt des Abends war ein von einem Bulllen aus
gefilmter Bullenritt.. Leider hat der Kameramann beim Entwickeln seiner
Idee nicht bedacht, dass er einen ziemlich harmlosen Bullen bekommen könnte.
Das war dann auch der Fall. Der Ritt war in jeder Hinsicht ein Trauerspiel.
Na ja, somit war dann auch die zweite Vorstellung vorbei und der mäßig
begeisterte Zuschauer wurde "entlassen".
"Gefühllos, lächerlich, überflüssig"
so würde ich das Rodeo in Werlte mit drei Worten beschreiben. Tierrechte
werden mit Füßen getreten ( im wahrsten Sinne des Wortes),
der Besucher werde mit einer langweiligen Darbietung schlecht vorbereiteter
Cowboys verarscht und sowieso denke ich, man hätte die Zeit in Werlte
wesentlich sinnvoller verbringen können.
Bei meinem ersten Rodeo bestätigte sich der schlechte Umgang mit
den Tieren sowie die Misshandlungen innerhalb der Arena. Die alberne Kindergartenshow
ist dagegen nur nebensächlich. Da sich meine Vermutungen bestätigt
haben, bin ich zu dem Entschluss gekommen, noch energischer zu versuchen,
gegen diese unwürdige Quälerei vorzugehen. Schämt euch
- Pseudo-Cowboys!
A.F.
Anmerkung der Redaktion: Das zuständige Veterinäramt im Landkreis
Emsland schritt nicht ein und konnte auch bei Vorlage des Videomaterials
nicht Schlimmes am Rodeo finden. Interessanterweise machte genau dieses
Veterinäramt im selben Jahr Schlagzeilen, weil es im Landkreis zu
Unregelmäßigkeiten mit Ohrmarken von Rindern kam. Der SPIEGEL
und Fernsehsender bericheten.
Rodeo in Hilter - Ein Alptraum für die Tiere

Am 03.08.2003 fand in Hilter, einem Ortsteil von Lathen (Landkreis Emsland)
eine mehrstündige Rodeo-Veranstaltung auf einem Ferienhof statt.
Neben den üblichen Reiterdisziplinen, Bullenreiten und Wildpferdreiten,
wurden die Zuschauer noch mit Wildkuhmelken und Wildschweinfangen konfrontiert.
Eine Herde Rinder (Rassen, die nicht der Milcherzeugung dienen), wurde
zwangsgemolken. Beim Versuch, die verschreckten Rinder zu fixieren, wurden
deren Hälse brutalst verdreht. Die Tiere stürzten in der Panik
und andere fielen über sie. Kommentar der Ansagerin: "Ich glaube,
die Kühe geben vor lauter Schreck schon keine Milch mehr." Einige
der Kühe mussten hinterher sogar noch einen Ritt über sich ergehen
lassen.
 
Beim Wildschweinfangen standen 11 vollkommen verängstigte Frischlinge
ein paar Hundert Kindern gegenüber. Die Ansagerin wies darauf hin,
dass die Schweinchen noch extra nass gemacht wurden, damit die Kinder
auch ihren Spaß hätten. Diejenigen die ein Tier fangen konnten,
durften es hinterher mit nach Hause nehmen. Die Frischlinge wurden in
die Arena gebracht. Ihr schrilles und ängstliches Quieken war noch
über den Lärm der Kinder und der Musik zu hören, als sich
die Kinder auf sie stürzten. Eine Zuschauerin sagte uns gegenüber:
"Also das schaue ich mir nicht an, das ist doch Tierquälerei!".
Da es sich um einen Wettbewerb handelte, war den Kindern natürlich
jedes Mittel im Umgang mit den Tieren recht. Das zuständige Veterinäramt
schritt nicht ein.
Kommentar:
Nach dem Rodeo in Werlte sollte es nun weitergehen mit der brutalen Geschmacklosigkeit.
Veranstalter war diesmal ein Reiterhof Hilter / Lathen. Bisher hatte ich
ja nur den lächerlichen Auftritt der US-amerikanischen und deutschen
Möchtegern-Cowboys gesehen.....doch diese miserable Show sollte heute
noch übertroffen werden.
Der Großteil der Show bestand aus diversen Reiteinlagen. Auffällig
beim anfänglichen Kutschenrennen war die schlechte Verfassung eines
der Tiere. Der Hinterlauf des Pferdes hatte sich an einem Lederriemen
dermaßen wundgescheuert, dass man die blutrote Wunde deutlich erkennen
konnte. Da scheinbar kein Amtsveterinär vor Ort war, um das Ganze
zu stoppen, fand das Rennen trotz der ernsten Verletzung statt.
Beim ersten Wildpferdereiten waren keine "Cowboys", sondern
vielmehr die lokale Bauernschaft am Start. Der Reiter " Heini"
versagte schon nach wenigen Sekunden. Beim dritten Ritt konnte man deutlich
am panisch, untypischen Bocken des Pferdes erkennen, dass bei der Präparation
gepfuscht wurde! Der Gurt, der bei dieser Show häufig auch um die
Brust des Pferdes geschnürrt wurde, war derartig festgezogen, dass
es in der Luft krampfhaft "erstarrte".
Ein mehr als abstoßender Showpunkt sollte bald folgen. Wildkuhmelken
! Eine Herde Kühe wurde in die Arena getrieben. Kälber waren
auch dabei, obwohl sie nicht für die geplante Aktion von Nutzen waren.
Ziel war es ein Glas Milch zu melken und bei der "Jury" abzugeben.
Los ging's! Ca. 10-12 Cowboys rannten auf die verstörte Herde zu.
Diese machte erstmal kehrt und rannte hastig ans andere Ende der Arena.
Die kleinen Kälber wurden hierbei mehrfach von ihren panischen Müttern
überrannt! Aber was nimmt man nicht alles für ein Glas Milch
in Kauf, nicht wahr?! Auch minderlustige Kommentare ( seitens der Kommentatorin
) wie " Das ist kein Hund!" ließen auf eine sehr große
Tierliebe schließen.
Tiere wurden an ihren Hörnern gegriffen und der Kopf fast bis zum
Genickbruch gedreht; andere zogen ihre Peiniger quer durch die Arena.
Das stramme Lasso zog dem Tier hierbei glatt die Kehle zu!! Als einige
der Tiere rabiat unter Kontrolle gebracht werden konnten (anscheinend
fügten sie sich ihrem Schicksal, vom Menschen gepeinigt zu werden
), sollte die "Vergewaltigung" beginnen. Wenn Kühe weinen
könnten, hätte sie das bei dieser Zuschaustellung bestimmt getan!!!
Furchtbar ging es weiter. Diesmal wurden die Kinder im Publikum aufgerufen,
die Arena zahlreich zu betreten...Mmm, das war doch damals schon in Werlte
ein "Erfolg"! ( Kinder kehrten enttäuscht zu ihren Eltern
zurück; ein Junge musste mit Nasenbluten die Helfer vom DRK aufsuchen).
Auf jeden Fall fanden sich rund 200 Kinder, um ca. 10 kleine Wildschweinfrischlinge
zu fangen. Die Jungtiere waren nicht viel größer als ein Hauskaninchen.
Die um ihr Leben bangenden Tiere übertönten mit ihrem panischen
Gequieke selbst die 200 Kinder, die wie von der Tarantel gestochen auf
ihre "Trophäen" losstürmten. Die Stimmung des Publikums
war bei dieser Disziplin geteilt. Gott sei Dank waren noch nicht alle
total verblendet - meine "Nachbarin" äußerte sich
abstoßend: "Nee, da guck ich nicht hin, das ist Tierquälerei".
Wie Recht sie doch hatte! Schließlich wurden die Frischlinge eingefangen
und prompt wieder in ihren viel zu kleinen Käfig gesteckt. Erwähnenswert
ist auf jeden Fall noch der raue Umgang der Helfer mit den Tieren. Die
Ferkel wurden kopfüber in den Sand geschmissen. Natürlich war
das nicht alles. Einer der hirnlosen Aufpasser ließ sich das "Vergnügen",
auch noch nach den Kleinen zu treten, nicht nehmen.
Beim abschließenden Bullenreiten trumpfte Rodeo-Wannabe "Clemens"
auf, der auch beim deutschlandweit bei Rodeos antritt. Die Auswahl der
"wilden" Bullen war lächerlich, so durfte der zweite Reiter
z.B. auf einem schwarzen Jak durch die Arena traben, das sich mehr für
seinen Vorgänger interessierte, der immer noch in einer der Ecken
stand.
In meinen Augen war diese tierunwürdige Veranstaltung des Reiterhofs
Junkern Beel mehr als unprofessionell. Das Leid der Tiere wurde bewusst
in Kauf genommen, um möglichst viele Menschen mit einer halbwegs
spannenden Show zu begeistern. Doch die Veranstalter haben mehr als versagt!
Trotz der zahlreichen Pferderennen und harmloseren Disziplinen wird diese
Show ihre Konsequenzen haben. Pferde mit offenen Wunden wurden für
Kutschenrennen zugelassen, Wildkühe wurden gewaltsam gemolken, was
stark an eine Vergewaltigung erinnert und kleine hilflose Wildschweine
mussten unter Todesangst vor einer 200köpfigen Kindermeute flüchten.
Dazu kommt das stümperhafte Anlegen des Brustgurts, der 1. weder
gepolstert war und 2. viel zu stramm um den Rumpf des Tieres geschnürrt
wurde. Die Tierfreundlichkeit des Reiterhofs Junkern Beel kann mit dem
gedrehten Videoband klar widerlegt werden. A.F
Erfolgsmeldung: INITIATIVE ANTI-CORRIDA reichte wegen dieser
Vorfälle eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen das Veterinäramt
des Landkreises Emsland ein. Die Bezirksregierung Weser-Ems teilte am
16.02.2004 mit, dass die Programmpunkte "Wildschweinfangen"
und "Wildkuhmelken" im Landkreis Emsland nicht mehr stattfinden
werden, da sie als tierschutzwidrig erachtet werden. Zukünftige Veranstaltungen
werden im Vorfeld und vor Ort auf ihre Tierschutzkonformität geprüft.
Wir begrüßen diese Entscheidung!!!
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