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Rodeo - Zuschauerberichte Es ist zeitlich und vom Platz her nicht möglich, über jede von uns beobachtete Rodeoshow zu berichten, denn wir besuchen Rodeos in ganz Europa. Die folgenden Zuschauerberichte geben natürlich auch eine Meinung wieder, denn schließlich sind wir auf Seiten der Tiere.
Bericht vom Rodeo in Bain-de-Bretagne Initiative Anti-Corrida beobachtet nicht nur Rodeos in Deutschland, sondern
auch im europäischen Ausland. Dieses Jahr besuchten wir mehrere Shows
im französischen Bain-de-Bretagne. Dort fand vom 13.-16. August 2009
das wohl größte Country und Western-Festival Frankreichs statt.
Leider begnügten sich die Veranstalter nicht mit dem üblichen
Programm: Musik, Indianer-Vorführungen, Ami-Schlitten-Ausstellung,
Verkaufsständen für Cowboy-Fashion und der stereotypen Gastromonie.
Mehrere Vorführungen mit Tieren standen ebenfalls auf dem Programm.
Am frühen Nachmittag wurde in der Arena eine Indianershow gezeigt,
bei der so genannte Raubvögel vorgeführt wurden. Die Vögel,
die vormittags in einem Zelt ausgestellt wurden, waren zu bemitleiden,
als sie zu stupiden Kunststücken veranlasst wurden. Besonders betroffen
machten eine große Eule und ein Condor. Auch die Reitpferde fühlten
sich nicht wohl, wenn einer der Vögel auf ihnen landen musste.
Um 16 Uhr begann die Rodeoshow in der voll besetzten Arena. Zu unserem
großen Erstaunen befanden sich die aus Deutschland bereits bekannten
Tiere in den Verschlägen. Es war so heiß (31 Grad im Schatten),
dass im Publikum mehrere Leute mit Hitzeschlag umkippten. Es wurden kostenlose
Strohhüte verteilt. Doch ein Teil der Bullen, die später geritten
wurden, mussten stundenlang in der glühenden Hitze verbringen, weil
das Sonnendach seitlich keinen Schutz bot. Die Hard-Rock Musik mit teilweise obszönen Texten wurde brutal aufgedreht
und es ging richtig zur Sache:
Eines der Pferde wurde in der Startbox ultra-brutal an der Mähne
gezogen. Ein Pferd bäumte sich in der Startbox auf. Ein Pferd wurde
mit einem Seil um den Hals fixiert und fast stranguliert, als der Flankengurt
angezogen und die Tür geöffnet wurde, das Seil aber nicht losgelassen
wurde.
Leute wurden dazu aufgefordert, ein Bändchen von den Schwänzen
zweier Kälber zu ziehen. Die Kälbchen wurden dazu von ihrer
Mutter getrennt und müssen große Angst bei der Verfolgungsjagd
gehabt haben. Die Bullen wurden ausnahmslos mit einem Elektroschocker geschockt. Verwendet wurden dabei zwei Modelle. Ein Modell mit Stiel und eines ohne Stil, das kurz vor dem Start aus der Tasche gezogen wurde und sofort wieder eingepackt wurde.
Manche Bullen wurden zudem vorab in der Startbox mit einem Seil um den Hals angebunden bzw. wurde mit dem Seil am Kopf herumgefuchtelt, vermutlich um sie nervös zu machen.
Einige der Bullen befanden sich offensichtlich noch im Wachstum und wurden
trotzdem von den Männern geritten. Dieser Bulle hatte eine Verletzung
am Schwanz.
Die Tiere, die nach dem Ritt den Weg aus der Arena nicht gleich fanden,
wurden mit dem Lasso eingefangen. Dabei stellten sich die Cowboys äußert
ungeschickt an. Ein Lasso reichte oft nicht aus und oft erschien es, als
ob die Cowboys die Tiere postfertig verschnüren wollten.
Video-Impressionen der Veranstaltung finden Sie hier (ca. 3 Min)
Es fiel auf, dass die Bullen teilweise brutal am Schwanz gezogen wurden,
wenn das Verfrachten in die Startboxen nicht flott genug ging. Das Verwaltungsgericht
Köln hätte den Rindern diese Tortur ersparen können, wenn
es das vom Oberbürgermeister der Stadt Köln ausgesprochene Verbot
des Bullenreitens bestätigt hätte. Doch leider zeigten die Richter
mal wieder, dass sie von Rodeo keinen blassen Dunst haben und stellten
die finanziellen Interessen der Möchtegern-Cowboys über den
Tierschutz. Das Bullenreiten durfte folglich trotz des Erlasses von Nordrhein-Westfalen,
welcher Bullenreiten verbietet, stattfinden.
Natürlich war auch niemand da, dem auffiel, dass die Halfterstricke beim Saddle Bronc Riding am Boden schleiften und somit akute Sturz- und Verletzungsgefahr für die Pferde bestand. Die Leine kann sich um die Beine der Pferde wickeln. Sie können sich selbst darauf treten oder eines der Pick-Up-Pferde kann darauf treten. Die Unfallgefahr ist offensichtlich und wurde bereits wiederholt bei Gericht angesprochen.
Wem das immer noch nicht einleuchtet, der kann sich hier einen auf Video festgehaltenen Sturz ansehen. Am Ende der Vorstellungen wurden die "Wildpferde" in die Arena geschickt. "Die eigentlichen Stars", hieß es. Die "Stars" zeigten sich jetzt auf einmal überhaupt nicht mehr wild, sondern näherten sich den Besuchern freundlich und interessiert und ließen sich streicheln. Richtige "Wildpferde" eben In den Pausen zwischen den Shows bewarfen ein kleiner Junge mit Cowboyhut und Erwachsene die Kälber mit Lassos. Obwohl die Kälber sich kaum bewegten, trafen sie nicht, sondern das harte Seil landete auf Nase, Augen und Ohren. Bei Beginn der letzten Show zeigten endlich zwei Vertreterinnen des Kölner Veterinäramts Präsenz. Sie schienen die Möchtegern-Cowboys sehr gut zu kennen und sich gut mit ihnen zu unterhalten. Strahlende und zufriedene Gesichter auf beiden Seiten. Dabei hätte man eigentlich mit "langen Gesichtern" gerechnet, denn das Veterinäramt hatte doch gerade das Eilverfahren zum Verbot des Bullenreitens verloren (M.M.) Bericht von den Rodeoshows in Hockenheim Für den 06. und 07.08.2010 hatte das Unternehmen Reitsport Krämer zwei Rodeos in Hockenheim angekündigt und bei seinen Kunden eifrig beworben. Bereits im Vorfeld kam es zu heftigen Diskussionen in Internetforen. Uns gingen Beschwerdeschreiben von Kunden des Unternehmens in Kopie zu, die Rodeo als nicht akzeptablen Umgang mit Pferden sahen. Ein Offener Brief, veröffentlicht auf der Homepage der "Vereinigung der Freizeitreiter Deutschlands. (VFD) e.V." an den Geschäftsführer des Unternehmens wurde durch das Internet geschickt, der viel Zustimmung erhielt. Wir dürfen ihn hier mit Zustimmung des Autors veröffentlichen.
Man muss sich fragen, ob Rodeo tatsächlich eine gute Werbung für ein seriöses Unternehmen ist. Die Vorstellung am 06.08.2010 begann um 19 Uhr. Es lief das bereits aus Köln bekannte Programm ab, allerdings mit zwei Ansagern. Wie bei vielen Rodeos üblich gab es ein Gebet, bei dem man sich fragen muss, ob es noch scheinheiliger geht. Es wurde dafür gebetet, dass die Tiere unversehrt blieben. Also mal ganz ehrlich, wer bringt die Tiere denn in Gefahr und aus welchem Grund? Die Vorstellung wurde von einer Amtstierärztin des Rhein-Neckar-Kreises
überwacht, der vom Publikum dafür applaudiert wurde. Was sie
allerdings nicht sah, als sie wiederholt in Richtung Minarett in die Abendsonne
blinzelte, waren die lang am Boden schleifenden Halfterstricke beim Saddle
Bronc Riding. Selbst ein Laie kann die massive Unfallgefahr erkennen,
dazu braucht man nicht Veterinärmedizin zu studieren. Pikanterweise
gibt es zwei Urteile aus Baden-Württemberg, in denen die Unfallgefahr
konkret angesprochen wird. Waren ihr die nicht bekannt? Wem das immer noch nicht einleuchtet, der kann sich hier ein Bild machen (Video Sturzgefahr durch den Halfterstrick)
Die Show am nächsten Tag lief ziemlich gleich ab. Allerdings kommt
als Kritikpunkt hier auch der Zuschauerschutz zum Tragen. Beginnen sollte
die Show um 16 Uhr. Doch bereits einige Zeit früher saßen Leute
auf den Tribünen oder auf den Bänken vor der Würstchenbude.
Auf einmal fiel einem der beiden Ansager auf, dass da evtl. einige Personen
sitzen könnten, die nicht bezahlt hatten. Wieder einmal kam die Cowboy-Logik
zum Einsatz: Alle mussten raus, dann konnten die, die bereits einen Stempel
auf der Hand hatten, wieder rein. Allerdings standen draußen ja
auch schon Leute an. Gedränge und Chaos war vorprogrammiert. Nicht
allen leuchtete diese Logik ein und sie blieben sitzen. Warum ging nicht
gleich jemand mit einem Stempel und Wechselgeld herum und kontrollierte,
wer noch zahlen musste? Es dauerte eine Weile, ehe die Möchtegern-Cowboys
das kapiert hatten. Inzwischen hatten einige Leute ihre Plätze verloren
und waren sauer. In einem Leserbrief an die Schwetzinger-Zeitung, die nach der Veranstaltung
einen vollkommen unreflektierten Artikel veröffentlichte und der
uns in Kopie zuging, schrieb Catsitters
e.V.: "Der Journalistin ist wohl nicht aufgefallen, dass die
von ihr erwähnte "kleine Rinderherde" vielleicht in der
Mittagshitze döste, aber eben nicht frei auf einer großen Weide,sondern
mit sieben ziemlich großen Kälbern eingesperrt in einem kleinem
Verschlag. Soviel anders, als in der Massentierhaltung ist das auch nicht,
oder? Aufgefallen ist ihr auch nicht, dass die "Wildpferde"
mit angelegten Ohren durch die Arena rasten und somit ihr Missfallen gegenüber
der Veranstaltung ausdrückten. Ebenso ist ihr auch nicht die Stolper-
und Verletzungsgefahr durch lang herabhängende Halfterleinen aufgefallen.Und
wie ist es mit den Tiertransporten, denen die Tiere vor und nach den Veranstaltungen
ausgesetzt sind ? Wir Tierschützer appellieren zumindest an Tierfreunde,
mal darüber nachzudenken, ob man solche Veranstaltungen zukünftig
nicht lieber verbieten sollte."
Überraschender Weise trugen die Rinder hier Halfter. Sind Rinder, die sich am Halfter führen lassen, wirklich "wild"? Wenig überraschend hing auch hier der Halfterstrick herunter und schleifte am Boden. Ein Rind trat sich sogar vor laufender Kamera darauf. Auch hier bestand folglich eine akute Sturz- und Verletzungsgefahr. Wir haben die Behörden erneut darauf hingewiesen.
Impressionen Rodeo in Rußheim (Landkreis Karlsruhe) Unser Beobachter vor Ort, der zum ersten Mal bei einem Rodeo war, empfand die drei von ihm am 04.09.2010 beobachteten Veranstaltungen so: "Es ist aber auffallend, wie sehr die sich bemühen, einen tierfreundlichen Eindruck zu machen. Und mir ist aus vielen anderen Bereichen bewusst, dass das bloß Show ist. Man sieht ein paar routinierte, unüberlegteHandgriffe (Schwanzverdrehen, Stöcke, unbewusste Reaktionen...) und merkt, was für Leute das wirklich sind. Insgesamt muss ich sagen, dass ich selten eine so langweilige Veranstaltung
erlebt hatte. Das Publikum war entsprechend ruhig und Auffallend war der merkwürdige Halfterstrick. Dieses Mal schleifte nicht nur ein langes Ende am Boden, sondern zwei. Er wickelte sich den Pferden wie gehabt um die Beine, weshalb wir uns an das zuständige Veterinäramt wandten. Manche der Cowboys schienen nicht so richtig zu wissen, wie sie mit dem Strick umgehen sollten. Manchmal schränkte er sogar die Sicht der Pferde ein.
Kommentare zu den Shows in der US-Kaserne Grafenwöhr (Vilseck) Vom 13.-17. Mai 2010 fand auf dem Gelände der US-Kaserne Grafenwöhr (Vilseck) ein deutsch-amerikanisches Volksfest statt. Auf dem Programm stand auch Rodeo, weshalb es im Vorfeld Proteste hagelte. Zwei Tierfreunde haben die Shows unabhängig voneinander für uns beobachtet.
Der zweite, uns ebenfalls namentlich bekannte Zuschauer, beschrieb es uns hinterher so: " ... ich war also gestern auf dem Rodeo in Vilseck! ...Als Beginn war 15 Uhr angekündigt. ... Um 16 Uhr gab es eine zweite Show. Beim Karten kaufen habe ich gefragt wie lange die Show geht. Die Dame meinte, normalerweise 2 Stunden, heute aber nur eine, weil es so kalt sei. Dafür gäbe es zwei Shows (für die man jeweils bezahlen hätte müssen!) Und dass für 6 Euro Eintritt pro Person. Alle Zuschauer müssen sich verarscht vorgekommen sein! (30 Minuten Schwachsinn). TV Oberpfalz war mit einem Kamerateam vertreten. Wie Du erwähnt hast, habe ich mich zu Tode gelangweilt. (und meine zwei Begleiter auch). Dass sich das jemand freiwillig antut, verstehe ich nicht. Es gab 2 Durchgänge, einmal mit Pferden (Wildpferdereiten) (3 Pferde) und Bullenreiten (1 Tier) und Bullenreiten (2 Bullen am Start).Und natürlich das mit den Tonnen, Stäben und eine Indianer Show.
Es war sehr windig und frisch. Der Boden war schon sehr mitgenommen. (war ja auch der vierte Tag!) Ich bin ja früher Dressurturniere gegangen auf so einem Boden würde ein Dressurreiter nie im Leben starten!!! (aus Angst sein teures Pferdchen könnte sich verletzen)."
Bericht vom Rodeo in Landstuhl, 14./15.07.07 Nachdem der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg im Juni 2006
das Verbot des Flankengurts und der Sporen beim Reiten der so genannten
"Wildpferde" und der Bullen bestätigt hatte, fanden in
Landstuhl Mitte Juli Rodeos mit Publikum statt. Der Besucherandrang war
nicht berauschend. Gähnende Leere auf den Tribünen. Unter dem
Publikum befanden sich wahrscheinlich mehr Tierrechtler als Rodeofans.
Einige der Besucher wurden von den Möchtegern-Cowboys befragt, ob
sie zu Anti-Corrida gehörten. Bewertung: "Prädikat Gähnende Langeweile". Besucher, die sich spannende Unterhaltung gewünscht hatten, hätten ihr Geld zurückverlangen sollen.
Bericht vom Rodeo in Köln, 28./29.07.07
Tierärztin Dr. Claudia Behlert äußerte sich so: "Es
ist keiner tot umgefallen, es hat keiner Wunden gehabt, also nichts in
dieser Richtung. Ob jetzt natürlich für das Pferd Schmerzen
im Sinne des Tierschutzgesetzes auftreten, das ist natürlich eine
Sache, das kann man als lokales einzelnes Veterinäramt gar nicht
bewerten." Recht hat sie, meinen wir! Den Zuschauern selbst taten von den dümmlichen Clowneinlagen und
der grottenschlechen Soundanlage die Ohren weh.
Beim Wild Horse Race konnte eine der Leinen nicht abgenommen werden und das Pferd hätte leicht mit einem Vorderfuß in die Schlaufe geraten können.
Ein Bulle hatte sich beim vorigen Rodeo am Bein verletzt und durfte nicht eingesetzt werden. Stattdessen gab es einen neuen Bullen, der offensichtlich nicht wusste, was von ihm verlangt wurde. Er musste aus der Startbox geschubst werden. Am nächsten Tag legte er sich für ca. 20 Minuten in der Startbox auf den matschigen Boden. Kein Schieben und Zerren half, er wollte einfach nicht. Erst nachdem ein zweiter Bulle in die Arena geschickt wurde, stand er wieder auf. Die Kölner Amtstierärztinnen hielten ihn für "ungeeignet" für Rodeo und untersagten den Einsatz für die nächste Show des Tages.
Bewertung: Auch wenn der Eintrittspreis hier geringer war, rechtfertigte ihn die Show ihn nicht. Die Freizeitgestaltung sollte heutzutage ohnehin keine Aktvitäten mehr beinhalten, bei denen Tiere leiden.
Bericht vom Rodeo in Bitterfeld, 11./12.08.07
Bewertung: Man kann seine Zeit am Wochenende deutlich besser verbringen,
als beim Rodeo. Wann lassen sich die Organisatoren der Motorboot-WM endlich
ein besseres und zeitgemäßes Rahmenprogramm einfallen? Ein
Besucher, der zum ersten Mal beim Rodeo war, drückte es so aus: "Die
Stimmung anwesenden Gäste würde ich als lau bezeichnen. Schon
wegen der dussligen Zwischenkommentare und der lauten Musikbeschallung
würde ich niemanden solch eine Veranstaltung empfehlen." Rodeo in Werlte (Landkreis
Emsland, 2003) Unüberhörbar war die Möchtegern-Cowboyhorde nahe der Boxen. Sie beanspruchten einen größeren Teil der Tribüne für sich selbst - weniger zuschauerfreundlich. Die Einweisung des Publikums über das Rodeo übernahm der deutsche Part der Duett-Moderation. An den fehlenden Reaktionen seitens der Zuschauer begriff ich bereits nach wenigen Minuten, wer uns da jetzt für die nächsten Stunden mit albernen Einlagen und "Witzen" langweilen würde. LET'S RODEO! Beim Re-ride wurde der Cowboy so unglücklich abgeschüttelt,
dass sich ein Riemen um den Hals des Tieres wickelte und durch das Gewicht
des in der Luft hängenden Cowboys stramm gezogen wurde. Die Blicke
des Pferdes sprachen Bände. Es dauerte einige Sekunden bis das Tier
von seinen Ängsten befreit werden konnte.
Das darauf folgende Kälberfangen förderte die trübe Stimmung weiter. Ein verängstigtes Tier wurde in die Boxen gedrängt. Nach dem Öffnen des Gitters rannte das bereits gestresste Kalb, gejagt von einem übergewichtigen Cowgirl zu Pferd, quer durch die Arena. Nach Sekunden wurde das Lasso über das hilflose Tier geworfen und zugezogen. Das irritierte Tier versuchte nun schnellstmöglich einen Ausweg aus dieser peinlichen Veranstaltung zu finden - schlaues Kalb! Ziel der nächsten Disziplin war es, zu dritt ein Pferd "reitklar" zu machen und damit durch die Arena zu galoppieren. Nette Geste, Wrestling und Rodeo zu einem Preis anzubieten, aber ich hätte darauf, im Sinne der Tiere, gerne verzichtet. Um das Tier unter Kontrolle zu bringen, wurde an einem Seil und am Geschirr gerissen. Ein Akteur setzte eine Art Würgegriff an. Im Wrestling nennt man das übrigens "headlock". Unbeeindruckt galoppierte das Pferd durch den Sand - immer noch mit seinem lästigen Anhängsel am Hals. Nach dem Motto "der Klügere gibt nach" blieb es dann stehen. Doch die sehr rabiaten Versuche das nötige Reit-Equipment anzulegen, störten es dermaßen, dass es sich Aufzurichten versuchte, um die Störenfriede abzuwehren. Die festen, brutalen Griffe der Männer konnten das Tier letztendlich unter Kontrolle bringen. In der Endabrechung gab das den wohlverdienten dritten Platz im Wettkampf........ von dreien wohlgemerkt. Ein weiterer Pferderitt sollte folgen. Der Reiter bemühte sich diesmal möglichst bald das Pferd "zu verlassen". Dieses trug den Flankengurt wieder knapp 30 Sekunden ( wozu gibt es eigentlich Regeln im Rodeo, wenn sie niemand einhält?) Der nächste Ritt dauerte, ohne euch langweilen zu wollen, übrigens wieder eine Minute mitGurt. Der Reiter hatte sich schon nach 2 Sekunden verabschiedet. Dennoch waren die beiden Hilfsreiter nicht in der Lage das Pferd von seinem Schmerzgefühl zu befreien.
"Mehr schlecht als recht" Zum Auftakt der zweiten Halbzeit startete dann eine Kinderbelustigung. Ca. 50 Kinder konnten dazu motiviert werden in die Arena zu klettern. Somit stand also die große Meute 5 - 12jähriger in der Arena und wartete auf ihre Anweisungen. Ziel des "Spiels" war es, einem trotteligen Rodeoclown ein rotes Tuch abzunehmen.Der Gewinner bekam ein Rodeo-T-Shirt. Da ich ja meistens an das Gute im Menschen glaube, schließe ich mal aus, dass der Gewinner als wandelnde Rodeopropaganda missbraucht werden soll - den Kinder was das sowieso egal. Bestimmter Qualifikationen bedarf es hierbei nicht, zu erahnen was passiert, wenn 50 Kinder nach einem kleinen roten Tuch jagen ! Natürlich gewann einer der älteren Jungen, der sich leicht gegen die kleinen Kinder durchsetzen konnte - wie unfair! Mit enttäuschten Gesichtern verließen die Kinder wieder die Arena. Ein Junge suchte mit Nasenbluten die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes auf - tolle Aktion! Jetzt waren wenigstens die Kinder "happy".
Der sogenannten Main-Event war das Bullriding. Ich muss sagen, die Musik
hat mir hierbei richtig gut gefallen - AC DC, nicht schlecht. Schlecht
war aber der Rest der Darbietung. Die großen Bullen erinnerten aufgrund
der Glocke mehr an friedliche Tiere von der Alm.
"Die zweite Show" Die Veranstaltung begann mit einem lustigen Lied einer kleinen "Rodeodame".
Ich fand' es zugegeben recht amüsant, bis ich merkte, dass es sich
um die amerikanische Nationalhymne handelte. Das war auch wohl der Grund,
warum sich alle von ihren Plätzen erhoben hatten. Das Pferdereiten stand wieder an erster Stelle auf dem Programmplan. Genau wie bei der ersten Show erhielten die Broncs meistens erst nach einer Minute Erlösung von dem schmerzenden Druckgefühl des Flankengurtes. Ein brauner Bronc, der in der Startbox stehen blieb, wurde von einer "Betreuerin" mit der Hand geschlagen, sowie mehrmals mit dem Stiefel in die Seite getreten um doch endlich die gewünschte Show abzuliefern. Ich halte dieses Vorgehen für gefühlsgestört und absolut übertrieben. Aus Angst von einer peinlichen Situation hat die Frau schon nach wenigen Sekunden die Nerven verloren und das Tier gewaltsam traktiert. Nach einer Weile stürzte das ängstliche Pferd im Arenasand, gehetzt von zwei Reitern - denen es im Übrigen noch immer nicht gelungen war, den drückenden Gurt zu entfernen. Amateure! Ein schwarzer Bronc fing bereits in der Box an zu bocken - wahrscheinlich hatte er nicht nur genug von dem Gurt und dem Kerl, der auf seinem Rücken saß, sondern auch von dem einschläfernden Marathon-Monolog der Moderation......genau wie ich! Leider verhakte er sich unglücklich im Gittertor, konnte sich aber selber nach Öffnen des Tores befreien - die Cowboys waren dazu anscheinend nicht in der Lage. Das Überraschungsprojekt des Abends war ein von einem Bulllen aus gefilmter Bullenritt.. Leider hat der Kameramann beim Entwickeln seiner Idee nicht bedacht, dass er einen ziemlich harmlosen Bullen bekommen könnte. Das war dann auch der Fall. Der Ritt war in jeder Hinsicht ein Trauerspiel. Na ja, somit war dann auch die zweite Vorstellung vorbei und der mäßig begeisterte Zuschauer wurde "entlassen". "Gefühllos, lächerlich, überflüssig" Bei meinem ersten Rodeo bestätigte sich der schlechte Umgang mit
den Tieren sowie die Misshandlungen innerhalb der Arena. Die alberne Kindergartenshow
ist dagegen nur nebensächlich. Da sich meine Vermutungen bestätigt
haben, bin ich zu dem Entschluss gekommen, noch energischer zu versuchen,
gegen diese unwürdige Quälerei vorzugehen. Schämt euch
- Pseudo-Cowboys! Anmerkung der Redaktion: Das zuständige Veterinäramt im Landkreis
Emsland schritt nicht ein und konnte auch bei Vorlage des Videomaterials
nicht Schlimmes am Rodeo finden. Interessanterweise machte genau dieses
Veterinäramt im selben Jahr Schlagzeilen, weil es im Landkreis zu
Unregelmäßigkeiten mit Ohrmarken von Rindern kam. Der SPIEGEL
und Fernsehsender bericheten. Rodeo in Hilter - Ein Alptraum für die Tiere
Am 03.08.2003 fand in Hilter, einem Ortsteil von Lathen (Landkreis Emsland) eine mehrstündige Rodeo-Veranstaltung auf einem Ferienhof statt. Neben den üblichen Reiterdisziplinen, Bullenreiten und Wildpferdreiten, wurden die Zuschauer noch mit Wildkuhmelken und Wildschweinfangen konfrontiert. Eine Herde Rinder (Rassen, die nicht der Milcherzeugung dienen), wurde zwangsgemolken. Beim Versuch, die verschreckten Rinder zu fixieren, wurden deren Hälse brutalst verdreht. Die Tiere stürzten in der Panik und andere fielen über sie. Kommentar der Ansagerin: "Ich glaube, die Kühe geben vor lauter Schreck schon keine Milch mehr." Einige der Kühe mussten hinterher sogar noch einen Ritt über sich ergehen lassen.
Beim Wildschweinfangen standen 11 vollkommen verängstigte Frischlinge ein paar Hundert Kindern gegenüber. Die Ansagerin wies darauf hin, dass die Schweinchen noch extra nass gemacht wurden, damit die Kinder auch ihren Spaß hätten. Diejenigen die ein Tier fangen konnten, durften es hinterher mit nach Hause nehmen. Die Frischlinge wurden in die Arena gebracht. Ihr schrilles und ängstliches Quieken war noch über den Lärm der Kinder und der Musik zu hören, als sich die Kinder auf sie stürzten. Eine Zuschauerin sagte uns gegenüber: "Also das schaue ich mir nicht an, das ist doch Tierquälerei!". Da es sich um einen Wettbewerb handelte, war den Kindern natürlich jedes Mittel im Umgang mit den Tieren recht. Das zuständige Veterinäramt schritt nicht ein.
Kommentar: Nach dem Rodeo in Werlte sollte es nun weitergehen mit der brutalen Geschmacklosigkeit. Veranstalter war diesmal ein Reiterhof Hilter / Lathen. Bisher hatte ich ja nur den lächerlichen Auftritt der US-amerikanischen und deutschen Möchtegern-Cowboys gesehen.....doch diese miserable Show sollte heute noch übertroffen werden. Der Großteil der Show bestand aus diversen Reiteinlagen. Auffällig beim anfänglichen Kutschenrennen war die schlechte Verfassung eines der Tiere. Der Hinterlauf des Pferdes hatte sich an einem Lederriemen dermaßen wundgescheuert, dass man die blutrote Wunde deutlich erkennen konnte. Da scheinbar kein Amtsveterinär vor Ort war, um das Ganze zu stoppen, fand das Rennen trotz der ernsten Verletzung statt. Beim ersten Wildpferdereiten waren keine "Cowboys", sondern vielmehr die lokale Bauernschaft am Start. Der Reiter " Heini" versagte schon nach wenigen Sekunden. Beim dritten Ritt konnte man deutlich am panisch, untypischen Bocken des Pferdes erkennen, dass bei der Präparation gepfuscht wurde! Der Gurt, der bei dieser Show häufig auch um die Brust des Pferdes geschnürrt wurde, war derartig festgezogen, dass es in der Luft krampfhaft "erstarrte". Ein mehr als abstoßender Showpunkt sollte bald folgen. Wildkuhmelken ! Eine Herde Kühe wurde in die Arena getrieben. Kälber waren auch dabei, obwohl sie nicht für die geplante Aktion von Nutzen waren. Ziel war es ein Glas Milch zu melken und bei der "Jury" abzugeben. Los ging's! Ca. 10-12 Cowboys rannten auf die verstörte Herde zu. Diese machte erstmal kehrt und rannte hastig ans andere Ende der Arena. Die kleinen Kälber wurden hierbei mehrfach von ihren panischen Müttern überrannt! Aber was nimmt man nicht alles für ein Glas Milch in Kauf, nicht wahr?! Auch minderlustige Kommentare ( seitens der Kommentatorin ) wie " Das ist kein Hund!" ließen auf eine sehr große Tierliebe schließen. Tiere wurden an ihren Hörnern gegriffen und der Kopf fast bis zum Genickbruch gedreht; andere zogen ihre Peiniger quer durch die Arena. Das stramme Lasso zog dem Tier hierbei glatt die Kehle zu!! Als einige der Tiere rabiat unter Kontrolle gebracht werden konnten (anscheinend fügten sie sich ihrem Schicksal, vom Menschen gepeinigt zu werden ), sollte die "Vergewaltigung" beginnen. Wenn Kühe weinen könnten, hätte sie das bei dieser Zuschaustellung bestimmt getan!!! Furchtbar ging es weiter. Diesmal wurden die Kinder im Publikum aufgerufen, die Arena zahlreich zu betreten...Mmm, das war doch damals schon in Werlte ein "Erfolg"! ( Kinder kehrten enttäuscht zu ihren Eltern zurück; ein Junge musste mit Nasenbluten die Helfer vom DRK aufsuchen). Auf jeden Fall fanden sich rund 200 Kinder, um ca. 10 kleine Wildschweinfrischlinge zu fangen. Die Jungtiere waren nicht viel größer als ein Hauskaninchen. Die um ihr Leben bangenden Tiere übertönten mit ihrem panischen Gequieke selbst die 200 Kinder, die wie von der Tarantel gestochen auf ihre "Trophäen" losstürmten. Die Stimmung des Publikums war bei dieser Disziplin geteilt. Gott sei Dank waren noch nicht alle total verblendet - meine "Nachbarin" äußerte sich abstoßend: "Nee, da guck ich nicht hin, das ist Tierquälerei". Wie Recht sie doch hatte! Schließlich wurden die Frischlinge eingefangen und prompt wieder in ihren viel zu kleinen Käfig gesteckt. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch der raue Umgang der Helfer mit den Tieren. Die Ferkel wurden kopfüber in den Sand geschmissen. Natürlich war das nicht alles. Einer der hirnlosen Aufpasser ließ sich das "Vergnügen", auch noch nach den Kleinen zu treten, nicht nehmen. Beim abschließenden Bullenreiten trumpfte Rodeo-Wannabe "Clemens" auf, der auch beim deutschlandweit bei Rodeos antritt. Die Auswahl der "wilden" Bullen war lächerlich, so durfte der zweite Reiter z.B. auf einem schwarzen Jak durch die Arena traben, das sich mehr für seinen Vorgänger interessierte, der immer noch in einer der Ecken stand. In meinen Augen war diese tierunwürdige Veranstaltung des Reiterhofs Junkern Beel mehr als unprofessionell. Das Leid der Tiere wurde bewusst in Kauf genommen, um möglichst viele Menschen mit einer halbwegs spannenden Show zu begeistern. Doch die Veranstalter haben mehr als versagt! Trotz der zahlreichen Pferderennen und harmloseren Disziplinen wird diese Show ihre Konsequenzen haben. Pferde mit offenen Wunden wurden für Kutschenrennen zugelassen, Wildkühe wurden gewaltsam gemolken, was stark an eine Vergewaltigung erinnert und kleine hilflose Wildschweine mussten unter Todesangst vor einer 200köpfigen Kindermeute flüchten. Dazu kommt das stümperhafte Anlegen des Brustgurts, der 1. weder gepolstert war und 2. viel zu stramm um den Rumpf des Tieres geschnürrt wurde. Die Tierfreundlichkeit des Reiterhofs Junkern Beel kann mit dem gedrehten Videoband klar widerlegt werden. A.F Erfolgsmeldung: INITIATIVE ANTI-CORRIDA reichte wegen dieser Vorfälle eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen das Veterinäramt des Landkreises Emsland ein. Die Bezirksregierung Weser-Ems teilte am 16.02.2004 mit, dass die Programmpunkte "Wildschweinfangen" und "Wildkuhmelken" im Landkreis Emsland nicht mehr stattfinden werden, da sie als tierschutzwidrig erachtet werden. Zukünftige Veranstaltungen werden im Vorfeld und vor Ort auf ihre Tierschutzkonformität geprüft. Wir begrüßen diese Entscheidung!!! |
©
INITIATIVE ANTI-CORRIDA
2004